Costa Paradiso – Teil I, Es geht schon wieder los…

Der Wecker klingelt Samstag früh um 04:00, zumindest in der Casa del Jolanda und Steffen. Aber anders als sonst wird nicht mürrisch auf die Schlummertaste gehauen, sondern schnell festgestellt: Es geht ab in den Urlaub!

Ist es wirklich schon wieder ein Jahr her, dass wir mit der gleichen Euphorie in aller Herrgottsfrühe aufgestanden sind? Tatsächlich – vor etwa gut einem Jahr ging es das erste Mal mit dem Freundeskreis nach Mallorca, wo wir eine unvergessliche Woche auf der Finca Sa Riera miteinander verbracht haben. Die Erinnerung daran schüttet immer noch eine enorme Menge an Endorphinen aus, wenn wir daran zurück denken. Und deshalb bin ich an diesem Morgen kein muffliger Maulwurf, sondern aufgeregt wie ein kleines Kind. Zwar nur mit der Hälfte des Mallorca-Trupps, aber dennoch zu sechst, geht es wieder gemeinsam in den Süden: Nach Sardinien, in den Ort Costa Paradiso.

Schon die erste Begegnung am Flughafen sorgt für gute Stimmung, beinahe verquatschen wir uns beim gemeinsamen Frühstück in der Wartehalle. Das Boarding geht zügig voran, die Gurte im Flugzeug werden geschlossen, die Sicherheitsbelehrungen beginnen, Jolanda hat Todesangst – na dann kann das Flugzeug ja starten. Das Berliner Ekel-Wetter lässt auf Sommer und Wärme unter Italiens Sonne hoffen. Während des Fliegens und hoch über den Wolken zeigt sich das erste Mal seit Wochen für uns der heiße gelbe Ball – Die Vorfreude steigt. Und gut knapp zwei Stunden später setzen wir sicher auf Sardinien auf. Warten beim Gepäckband und kurz darauf weiter zur Autovermietung. Alle haben ihren Voucher ausgedruckt dabei – Tora sei Dank! Denn sie dient uns seit dem letzten gemeinsamen Urlaub als abschreckendes Beispiel dafür, was in Italiens Autovermietungen los sein kann, wenn man diesen dummen Fetzen Papier nicht in ausgedruckter Form dabei hat. Die Autos sind für dieses Mal also zügig übergeben, werden beladen und kurz darauf geht es los Richtung Costa Paradiso, ca. zwei Autostunden von Olbia entfernt.

Angekommen

Im Auto der erste Tiefpunkt namens Müdigkeit. Wir sind seit 04:00 früh auf den Beinen und so langsam macht sich ein Hungergefühl in der Magengrube breit. Die Toleranzwerte sinken, je öfter wir mit dem Auto die scheinbar unzähligen Serpentinen passieren. Jens und Jolanda wird schlecht, Mark und Steffen kratzt das herzlich wenig. Es wird ein wenig rumgezickt im Auto, Manuela und Sandrow fahren in einem zweiten Wagen hinter uns her, wer weiß, was bei denen gerade so abgeht.

Im Ort angekommen, erreichen wir unsere Vermieterin Sonya zunächst per Handy. Wir sind früher als geplant dort eingetroffen und wollen uns sogleich mit ihr in der Villa verabreden, die wir für die Woche gemietet haben. Die deutsche Pünktlichkeit passt nur leider nicht in das zeitliche Konzept der Südländer. Die Putzkollonne ist noch nicht durch, wir sollen eine Stunde später kommen. Ist jedoch nicht schlimm, denn wir haben Hunger und suchen uns ein Restaurant. Da auf Ausschweifungen verzichtet werden soll, müssen für die Beschreibung dieses Mittagessens einige Details ausgelassen werden. Aber zu unserem ersten Restaurantbesuch sei gesagt, dass dies schon eines unserer persönlichen Highlights der Urlaubswoche gewesen ist. Manuela sei Dank liegen wir schon bald wieder lachend auf dem Boden. Mit einem stolzen „Hola und Buenos Dias“ begrüßt sie die italienische Kellnerin. Sie wird gleich darauf von uns „ermahnt“, dass sie nicht in Spanien sei. Ihre Reaktion ist wie immer locker und gelassen. Um ihren Fehler wieder gut zu machen, setzt sie hinter ihre Bestellung gleich ein höfliches „por favor“ und erntet dafür einen angedeuteten Schlag auf den Hinterkopf von Jolanda. Die Kellnerin, deren Gesichtsausdruck nur schwer einzuschätzen ist, hält tapfer durch – mehr als italienisch kann sie nicht. Vielleicht in dem Moment auch besser so! Denn nun bestellt Manuela auch noch eine Speise, die nicht auf der Karte steht, obwohl das, wie sie sagt, sonst immer so eine komische Angewohnheit der Männer wäre. Der Schwierigkeitsgrad für die Kellnerin wird zudem noch erhöht, indem Manuela bei ihrer Bestellung nun ins Deutsche wechselt. Ganz großes Kino! Zurücklehnen und genießen: Manuela, the stage is yours! Irgendwann bringt die Kellnerin mit den Worten „La Quenta“ die Rechnung und grinst. Sie hat also doch Humor…

Auf zur Villa

Zurück beim vereinbarten Treffpunkt mit Sonya am Ortseingang Costa Paradiso erfahren wir wieder per Handy, dass das große Putzen immer noch nicht vorüber ist. Steffen bittet Sonya um eine Wegbeschreibung, damit wir trotzdem schon mal zur Villa hinfahren und davor warten können, anstatt hier mitten im Nirgendwo. Als Reaktion darauf legt Sonya einfach auf. Steffen probiert es nochmal, auch beim zweiten Mal kappt sie einfach die Leitung, als wir nach dem Weg zur Villa fragen. Die anfänglichen Glücksgefühle des bevorstehenden Urlaubs drohen zu entschwinden – Gibt es die Villa am Ende gar nicht? Warum legt sie immer auf, wenn wir nach dem Weg dorthin fragen? Und warum sind die immer noch nicht fertig? Wir machen uns ein wenig verrückt, bis wir uns einig sind, dass wir in Italien und nicht in Deutschland sind. Andere Länder, andere Sitten, der überkorrekte Deutsche sollte sich mal entspannen! Wir werden wieder etwas ruhiger und tatsächlich; Irgendwann fährt ein Auto an uns vorbei, während wir am Straßenrand hocken und eine junge hübsche Italienerin gibt uns zu verstehen, ihr zu folgen: Sonya! Wir steigen ins Auto und fahren ihr hinterher, in Gedanken singe ich den Ohrwurm, den mir Meisterin Manuela mittlerweile verpasst hat: „Es geht schon wieder los…“

Hier gehts zum zweiten Teil

3 Gedanken zu „Costa Paradiso – Teil I, Es geht schon wieder los…

  1. Pingback: Vierzehn Malle-Diven | Wilde Gedanken

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  3. odličan post. mislim da si sve rezimirao ovom rečenicom -> “Taj dio mora odraditi oglaÅ¡ivač te nema veze sa novinama kao medijem, No, toga kod nas nema, ili je joÅ¡ u pelenama.” možda ovo trenutačno i ima efekta u zapažanju oglasa (po logoci stvari bi trebalo), ali dugoročno nema teorije da se isplati. A možda tiskovine to rade potpuno svjesno kao neku vrstu antirecesijske mjere za njih same. I oni moraju stavit kruh na stol 😀 Pa kad se za koje (nadajmo se kraće) vrijeme stvar smiri, i oni će se vratiti starom dobrom principu…

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